Therapie

Stuhlinkontinenz

Wie können wir Ihnen helfen?

Bei leichten Symptomen können Sie mit einer Ernährungsumstellung (ballaststoffreich, viel Flüssigkeit) und dem richtigen Beckenbodentraining eine Besserung erreichen. Im fortgeschrittenen Stadium sollte jedoch über eine Operation nachgedacht werden.

Wie Sie bereits gelesen haben, können krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden sowie Darmvorfälle mitverantwortlich für eine Stuhlinkontinenz sein. Hier operieren wir größtenteils transanal, also durch den After. Mit modernen Verfahren wird das überdehnte, überschüssige Hämorrhoidal- und Enddarmgewebe entfernt und das verbleibende, gesunde Gewebe zurück an seine ursprüngliche Position gebracht. Da die notwendigen Schnitte in einem Bereich ausgeführt werden, der Schmerz nicht empfindbar weiterleitet, kann dieses Operationsverfahren zu recht als schmerzarm bezeichnet werden. Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass es keine offene Wunde gibt.

Anschluss-Therapie

Das in den Analkanal gerutschte (vorgefallene) Darmgewebe belastet den Schließmuskel, der den Kanal umgibt, durch dauerhafte Dehnung. Dies führt bei manchen unserer Patienten dazu, daß diesem Muskelsystem nach einer solchen rekonstruktiven Operation vorrübergehend die Kraft fehlt, seine Aufgaben wieder ordnungsgemäß zu erfüllen. Wichtig zu wissen ist: bei solchen Erkrankungen beseitigt eine Operation zwar die Folgen, jedoch nicht die Ursachen. Hier hilft ein spezielles Nachsorgekonzept, das sich zum einen mit der Muskulatur beschäftigt und andererseits mit der Funktionalität des Endarms. Dazu gehört auch eine Ernährungsberatung.

Mindestens 3 Monate nach der Operation ist das Team des Koloproktologischen Zentrums Ihr Ansprechpartner vor Ort und steht jederzeit auch telefonisch zur Verfügung.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Analband und Sakrale Nervenstimulation (SNS)

Analband verschiedene GrößenAnalband Bei einigen Menschen ist der anale Schließmuskel in einer Art und Weise geschädigt, dass die genannten Therapiemöglichkeiten nicht zum gewünschten Erfolg führen. Es kann sich  um eine angeborene Schließmuskelschwäche handeln oder um eine erworbene, z. B. durch Bestrahlung des Gewebes aufgrund einer Krebserkrankung. In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, den lädierten Schließmuskel operativ durch einen künstlichen Schließmuskel aus Silikon zu ersetzen bzw. durch diesen zu verstärken. Der Träger eines solchen Analbandes ist fortan wieder in der Lage, seinen Darm selbstbestimmt zu entleeren.

SNS: Sakrale Nervenstimulation Es gibt jedoch auch Menschen, die den Stuhl nicht halten können, obwohl bei ihnen die Muskulatur des Schließmuskelsystems kräftig bzw. intakt ist. In diesen Fällen können die Nervenbahnen des Beckens geschädigt sein, so dass der Schließmuskel nicht die richtigen, schwache oder gar keine Informationen zum Verschließen und Öffnen erhält. Auch dieses Problem ist lösbar: mit einem Darmschrittmacher. Nach einer erfolgreichen Testphase von ca. 2 Wochen wird ein Neurostimulator (ähnlich einem Herzschrittmacher) unter dem Unterhautfettgewebe im Gesäßbereich implantiert. Über eine Elektrode, die Strom direkt an die Beckenbodennerven (sakrale Spinalnerven) sendet, wird der Schließmuskel dauerhaft stimuliert. Damit ist ein normales Stuhlverhalten möglich.

Die von uns benutzten Schrittmacher stimulieren im Durchnschnitt 8 Jahre. Danach wird ein neuer Schrittmacher notwendig, der unter bestimmten Voraussetzungen auch in einem ambulanten Eingriff ausgetauscht werden kann.

Zertifikat Kompetenz Zentrum für chirurgische Koloproktologie

Vorgefallene Hämorrhoiden und in Mitleidenschaft gezogene Analschleimhaut (Mucosaprolaps) verkürzen den Analkanal Stuhlinkontinenz.



Operationsergebnis: Wiederhergestellter Analkanal mit Hämorrhoidalpolstern ermöglicht die Kontinenz (Stuhlhalten)